Das Kino

Das Kommunale Kino besteht seit September 1994, seine Ursprünge reichen aber über 25 Jahre zurück (Kino im Zentrum). Seit dem 1. August 2007 ist der Förderverein Kommunales Kino Lübeck e.V. Träger des Kinos, das nun Kino Koki heißt. Es ist ein Ausstellungsort für Filmkunst und präsentiert ein regelmäßiges, nach kulturellen Gesichtspunkten gestaltetes Filmprogramm. Dabei versteht es sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu den kommerziellen Kinos am Ort. Es spielt (grob gesagt) die Filme, hinter denen keine großen, kapitalkräftigen Produktions- und Verleihfirmen stehen, die sie mit großem Werbeaufwand und hoher Kopienzahl starten können, bzw. Filme jenseits des Mainstream, die sich thematisch oder stilistisch an kulturelle Minderheiten wenden. Das sind Werke des europäischen Autorenkinos oder amerikanischer Independents, Filme aus Asien, Afrika oder Lateinamerika, Klassiker der Filmgeschichte oder erste Arbeiten von Nachwuchs-Regisseuren, aber auch Dokumentar- oder Kurzfilme.

Der Saal im Kino Koki (Foto: Lena Schüch)

Ziel ist es, die Vielfalt der Filmkultur zu präsentieren und ein Gegengewicht zu schaffen zum Angebot der kommerziellen Kinos, das von den Großproduktionen Hollywoods dominiert wird. Im Kommunalen Kino wird ein Publikum bedient bzw. herangebildet, das sich für Filmkunst und Filmgeschichte interessiert und Lust auf ungewöhnliche Entdeckungen hat. Wichtig sind die regelmäßigen Kinderkinoveranstaltungen, die junges Publikum zu Taschengeldpreisen an Qualitätsfilme heranführen und das Gemeinschaftserlebnis „Kino“ vermitteln, aber auch Sondervorführungen für Schulklassen und Jugendgruppen. Die Zusammenarbeit mit anderen Bildungs- und Kulturinstituten, zu deren Ausstellungen und Schwerpunktthemen das Kommunale Kino begleitende Filmprogramme anbietet, dient der engeren Verbindung zu anderen Kunstformen. Die Kooperation mit den in der Stadt tätigen ausländischen Kulturvereinigungen trägt dazu bei, das Verständnis für andere Kulturen zu fördern und Vorurteile abzubauen. Fremdsprachige Filme werden im Kommunalen Kino möglichst in ihrer Originalfassung mit Untertiteln gezeigt, um das Sprachverständnis zu fördern und um ausländischen Mitbürgern und Gästen der Stadt die Teilnahme am Kulturleben zu ermöglichen.

Austattung:
Ausbau und Einrichtung des Kinos erfolgten im Jahr 1991 in den Räumlichkeiten des damaligen „Zentrums“ mit Eigenmitteln des Zentrums und Stiftungsgeldern (20.000 DM Stiftung Haus der Jugend) und dem Einsatz ehrenamtlicher Arbeit. Das Kommunale Kino verfügt über einen Saal mit 81 Sitzplätzen, 35mm-Projektion und ein Klavier zur Begleitung von Stummfilmen. Mobiliar und technische Geräte stammen zum größten Teil aus stillgelegten Kinos zwischen Ostsee und Hunsrück oder alten Beständen der Hansestadt Lübeck. Sie wurden in weitgehend ehrenamtlicher Arbeit restauriert und funktionsfähig gemacht und nach und nach durch moderne Einbauten ergänzt. Nachdem man das Koki im Frühjahr 2005 im Rahmen der EUROPEAN DocuZone zusätzlich mit digitaler Projektions-technik ausstattete, wurde in der Sommerpause 2010 die gesamte Tontechnik (neuer digitaler Tonprozessor und neue Lautsprecher) erneuert . Die alte und über 20 Jahre im Einsatz befindliche Leinwand wurde im August 2012 durch eine neue beschichtete ersetzt. Im Mai 2013 war es durch die Hilfe von Fördermitteln des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, des Justizministeriums des Landes Schleswig-Holstein, der Filmförderungsanstalt und einer großzügigen Spende der Possehl-Stiftung möglich, das Kino auf DCI-spezifizierte digitale Projektionstechnik umzurüsten.

Das Koki im Fernsehen:

Beitrag des Schleswig-Holstein Magazins vom 7. Juli 2008 über die Stummfilm-vorführung von ‚Die Buddenbrooks‘ aus dem Jahr 1923. Am Klavier Volker Linhardt.
Beitrag des Schleswig-Holstein Magazins vom 5. Juni 2011
Zeitreise: Als das Kino aufs Land kam – das Kino in Lensahn

Es geht in diesem Beitrag zwar nicht ums Koki, aber er wurde immerhin hier gedreht.