Simon Quinn begleitet ‘Der Mann mit der Kamera’

Der neue Soundtrack von Simon Quinn zu Der Mann mit der Kamera von Dsiga Wertow – Stummfilm mit Musikbegleitung

Anlässlich des 90. Jahrestages der Weltpremiere hat der Kinoverein Cinema Teatro Blenio einen neuen Soundtrack für den avantgardistischen russischen Stummfilm Der Mann mit der Kamera von Dsiga Wertow beim jungen Tessiner Musiker Simon Quinn in Auftrag gegeben, den er mit seinem Quartett, bestehend aus seinen beiden Brüdern Nolan (Trompete), Brian (Schlagzeug) und dem polnischen Pianisten Tomasz Soltys aufführt. Seine Kenntnisse der klassischen Musik russischer Komponisten und nicht zuletzt seine Erfahrungen mit der zeitgenössischen elektroakustischen Musik ermöglichen es ihm, die experimentellen, futuristischen und ausdrucksstarken Bilder von Dsiga Wertows Meisterwerk mit einer modernen Musiksprache neu zu interpretieren.

 

Der Film ist vielleicht die maximale Leistung der Kinoglaz-Bewegung (»Kinoki«), die in den zwanziger Jahren auf Initiative von Wertow gegründet wurde. Dieser war Befürworter der Überlegenheit des Dokumentarfilms über das fiktive Kino, die im Wesentlichen verboten werden sollte, weil, nach Wertow, ungeeignet, eine kommunistische Gesellschaft zu bilden. Wertow sammelt die Erfahrung aus jahrelangen Propagandadokumentationen, seine futuristischen Wurzeln, seine Theorien, nach denen das Kino ein Instrument im Dienste des Volkes sein muss, und sublimiert alles in einem technisch anspruchsvollen Werk, das heute immer noch mit seiner Originalität und Lebendigkeit den Zuschauer beeindruckt.

Synopse:
Ein Tag von morgens bis abends eines Kameramannes, der vorwiegend Szenen aus dem Alltag in den Straßen Moskaus dreht und der uns auch seine Kühnheit auf der Suche nach sensationellen Aufnahmen zeigt, z.B. über, unter oder neben fahrenden Zügen. Der Film beginnt mit der Innenansicht eines Kinos, das sich im Nu aus dem Nichts füllt. Am Ende des Films wird der gleiche Raum nach einer Sequenz, in der sich die Kamera auf dem Stativ von selbst zu bewegen beginnt (Stillbildtechnik), und bevor die Fassade des Bolschoi-Theaters durch einen optischen Effekt zerbricht, wieder zu sehen sein  und schafft somit einen konkreten visuellen Rahmen für das Werk.

UdSSR 1929, 68 Min., FSK: o.A.
OT: Chelovek s kino-apparatom
R: Dsiga Wertow, K: Michail Kaufman
Original Zwischentitel: Russisch

Untertitel: Deutsch
Eintritt: 8,- € / erm. 6,- €

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